Die Ausbildung
Kaufmann oder Kauffrau im E-Commerce ist seit 2018 ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Du lernst, Sortimente online zu präsentieren, Vertriebskanäle zu betreuen, Online-Marketing einzusetzen und kaufmännische Zahlen auszuwerten.
Studium und Quereinstieg
Studiengänge in Betriebswirtschaft, Marketing, Medien oder Wirtschaftsinformatik führen ebenfalls in den Onlinehandel. Quereinsteiger kommen häufig aus dem stationären Einzelhandel, dem Kundenservice oder dem Einkauf. Wer Ware, Kundschaft und Preiskalkulation kennt, bringt eine gute Grundlage mit und ergänzt die digitalen Werkzeuge im Job oder in Weiterbildungen.
Rechtliches Grundwissen
Wer Shops betreut, arbeitet mit Regeln des Fernabsatzes. Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei Online-Käufen in der Regel ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Seit Ende Juni 2025 gilt für Online-Shops, die sich an Verbraucher richten, außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen davon ausgenommen. Grundkenntnisse zu Widerruf, Preisangaben und Barrierefreiheit sind in Bewerbungen ein Pluspunkt.
Bewerbung
- Nenne die Shopsysteme und Marktplätze, mit denen du gearbeitet hast
- Beschreibe eine Maßnahme mit Ergebnis, etwa eine überarbeitete Produktseite oder eine Kampagne
- Zeige, dass du Kennzahlen lesen kannst: Konversionsrate, Retourenquote, Warenkorbwert
- Schau dir vor dem Gespräch den Shop des Unternehmens an und notiere, was dir auffällt
Achte auf die Art der Stelle: Einige Anzeigen mit festem Stundenlohn kommen von Personaldienstleistern und beziehen sich auf Einsätze bei Kundenunternehmen.
Weiterentwicklung
Nach der Ausbildung oder den ersten Berufsjahren spezialisieren sich viele auf einen Bereich: Online Marketing, Marktplätze, Shoptechnik, Einkauf für den Onlinekanal oder Datenanalyse. Wer Verantwortung für einen ganzen Shop übernehmen möchte, braucht Überblick über alle diese Bereiche und Erfahrung in der Steuerung von Dienstleistern. Berufsbegleitende Weiterbildungen und Studiengänge im Bereich E-Commerce können diesen Schritt unterstützen.
Werkzeuge kennenlernen
Viele Shopsysteme und Analysewerkzeuge bieten kostenlose Testversionen und Lernmaterial an. Ein kleiner eigener Testshop oder ein ausgewertetes Projekt zeigt Arbeitgebern, dass du die Abläufe verstehst. Nenne in der Bewerbung, was du ausprobiert hast und was du daraus gelernt hast, statt nur Programmnamen aufzuzählen.
Unterlagen
Für Ausbildungsplätze reichen Anschreiben, Lebenslauf und die letzten Zeugnisse. Berufserfahrene ergänzen Arbeitszeugnisse und nennen konkrete Ergebnisse. Wenn du bereits einen eigenen Shop betreibst oder auf Marktplätzen verkaufst, beschreibe das kurz, mit Sortiment und Aufgaben, die du selbst übernimmst.